Nassfilzen

nassfilzen

Im Filzpackerl haben wir uns vorwiegend auf das Nassfilzen konzentriert. Es ist eine sehr ästhetischste, entspannende  und traditionelle Form zum Filzen. Dazu wird ungebundene kardierte Schafwolle mit Hilfe von lauwarmen Wasser, Seife und Reibung/Kraft zu einem festen Filz verarbeitet. Alternativ könnt ihr auch Trockenfilzen – hier unsere Anleitung dazu.

So funktioniert´s – eine Fläche filzen

Lege die Schafwolle als Fläche vor dir aus. Dabei die Wolle zupfen (nicht mit der Schere schneiden) und am Besten kreuzweise legen. Darauf achten das die Wolle nicht zu dick oder zu dünn ausgelegt ist. Auf diese erste Schicht folgt nun eine zweite Wollschicht zum Beispiel in einer anderen Farbe. Muster wie Spiralen oder Blumen können nach belieben gelegt werden. Die Wolle übergießt man nun mit warmem Wasser und massiert sie zu Beginn sehr vorsichtig mit eingeseiften Händen. Am besten verwendet man beim Filzen ein Backblech als Unterlage um das überschüssige Wasser aufzufangen. Wenn sich die Schafwolle zu verfilzen beginnt, kann mithilfe einer Bläschenfolie oder einer Bambusmatte das gute Stück eingerollt und weiter geknetet werden. Man sollte so lange filzen, bis das Material gut verfilzt ist. Am Ende wird die Wolle in einem Wasserbad mit einem Schuss Essig ausgewaschen – das stellt den Säure-Basen-Haushalt der Fasern wieder her.

3 Tips und Tricks um den Start zu erleichtern

  1. Verwende die richtige Seife
    Die Seife hat dabei die Aufgabe, dass die Schafwolle beim „Walken“ nicht an den Händen haften bleibt und die Härchen besser verfilzen. Es ist zu empfehlen eine hautschonende und rückfettende Seife, wie zum Beispiel ein Schafmilchseife zu verwenden. Nimm Abstand von Geschirrspühlmittel oder Flüssigseifen – die klassische Seife ohne chemische Zugaben hat sich am besten bewährt.
  2. Reibung: Warmes & kaltes Wasser
    Die Wolle wird abwechselnd in warmen / kaltes Wasser getränkt und mit „eingeseiften Händen“ gerieben. Wichtig ist das Du nicht mit der Seife direkt auf der Wolle reibst – das löst die Fasern wieder. Daher immer schön die Hände einreiben. Durch den Wärmeunterschied und die Reibung dehnt sich die Wolle aus. Die einzelnen Haare der Schafwolle verfilzen dadurch ineinander, die Wolle schrumpft und bildet ein festes, textilartiges Flächengebilde.
  3. Die richtige Schafwolle
    Zum Filzen eignet sich nicht jede Wolle – achte beim Einkauf auf die Qualität der Ware. Mit aggressiven Waschmitteln gewaschene Wolle filzt nicht mehr richtig. Mit solcher Schafwolle zu Arbeiten ist frustrierend. Am Besten ist Wolle von kleinen, traditionellen Schäferbetrieben (davon gibt es in Österreich & Deutschland noch etliche), welche die Wolle noch selber Waschen, kardieren und färben.
    Unsere Wolle ist zum Beispiel schonend gewaschen und mit OEKO-TEX® 100 und REACH zertifizierter Farbstoffen gefärbt.
  4. Bergschafwolle
    Die Wolle der verschiedenen Rassen unterscheiden sich in Feinheit und Faserlänge. Für den Einstieg in die Filzwelt ist die Bergschafwolle zu empfehlen – die Wolle filzt sehr schnell, verzeiht Fehler und ist wenn qualitativ hochwertig verarbeitet angenehm auf der Haut.

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